SPIEGELs Parallel-Universum: Propaganda in Deutschland

Mit großer Brillanz meldete sich am gestrigen Montag, dem 04.08.2014, das führende deutsche Satire-Magazin „Der SPIEGEL“ zurück aus der Wochenendpause – und löste bundesweites Aufsehen aus: So mutig hatten sich in den letzten Monaten ernsthafte journalistische Medien nicht annähernd an den „Elefanten im Wohnzimmer“ des deutschen Journalismus getraut: Die unverhohlene Kriegspropaganda in den deutschen Mainstream-Medien.

Klarer, prägnanter und mutiger, als es jedes seriöse journalistische Magazin gekonnt hätte, brachte es die Satire-Zeitschrift Spiegel gestern auf den Punkt: In deutschen Medien wird betrogen, gelogen und gegen Russland gehetzt, dass sich die Balken biegen. Und das kann so nicht weiter gehen. In seinem historisch ironischen Artikel, setzte Spiegel-Autor Christian Neef – natürlich regional in „Moskau“ – den deutschen Leser in einen perfekten Perspektivwechsel: Alles, was in deutschen Mainstream-Medien tatsächlich passiert – Propaganda, Beweisfälschung, Kriegsvorbereitung in den Köpfen – all dies dichtete er ironisch Wladimir Putin (dem russischen Staatsoberhaupt) und der „russischen Elite“ an und spiegelte so perfekt die reale Situation in Deutschland.

Er zitiert Fußball als Betäubung der Massen mit „Brot und Spiele“.  Er beschreibt mutig die reale Situation in der Ukraine: „Zum Thema Ukraine glauben die allermeisten Menschen in Russland, was ihnen das Fernsehen einbläut: dass dort Faschisten friedliche Russen umbringen„. Und Neef serviert jedem Leser, der fähig ist, in seinem Artikel direkt beim Lesen das Wort „Russe“ durch „Deutscher“ zu ersetzen, die ungeschönte Wahrheit knallhart ins Gesicht: „So dreist haben die Machthaber noch nie gelogen … Der Durchschnittsrusse glaubt inzwischen alles, was man ihm serviert“.

Währenddessen blieb dieser Artikel für Christian Neef und den Spiegel nicht ohne Folgen. Josef Joffe und andere Mitkläger aus etablierten deutschen Medien ließen gegen den Spiegel eine einstweilige Verfügung verhängen. Christian Neef wurde Schreibverbot erteilt. Joffe: „Dies gilt solange, bis dieser Mann keine Artikel mehr veröffentlicht, die geeignet sind, der deutschen Bevölkerung die Wahrheit vor Augen zu führen“.

Derweil wird der Spiegel längst vom Bundesbürger überholt. Laut einer Studie trauen 52 Prozent der deutschen Zeitungsleser ihrer eigenen Stammzeitung nicht mehr über den Weg. Thomas Schmidt aus Hamburg gegenüber der AMR: „Die ZEIT kauf ich nur noch, um nicht ungebildet auszusehen, wenn meine Freunde mich besuchen. Echte Infos bekomme ich aus dem Internet“.

Übrigens hieß Neefs Artikel vorher „Russlands Putin-Propaganda wird dreister und funktioniert“. Dieser Titel wäre als Satire sicher deutlicher gewesen, weswegen die neue Version deutlich besser funktioniert. Als Journalisten, die – genauso wie die wache Bevölkerung – unter der aktuellen Propaganda-Stimmung in Deutschland leiden, bedankt sich die Redaktion der AMR herzlich für den Mut und den Humor von Christian Neef und dem Spiegel. Wir sagen: Weiter so!

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