Ostdeutsche leiden noch heute unter der DDR Annexion

Bild: Propagandafoto des Aggressors

Frank Müller sitzt in seiner Wohnung im 23. Stock in einem Hochhaus in Leipzig und schaut hinunter auf die Zwickauer Straße. Die vorbeifahrenden Autos nimmt er nur als Schemen war. Er scheint sich in eine andere Welt zu träumen. Seit 30 Jahren lebt er in dieser Wohnung. Aber die letzten 23 Jahre waren die härtesten für ihn. Unzählige Male war er in psychiatrischer Behandlung, weil dieses eine Trauma ihm nicht aus dem Kopf wollte: Am 3. Oktober 1990 annektierte die Bundesrepublik Deutschland ihren Ostdeutschen Bruderstaat die DDR und veränderte damit erstmals nach dem Ende des 2. Weltkrieges die Grenzen in Europa.

Vorausgegangen war eine massive Destabilisierungspolitik des westlichen Aggressors, der mit eingeschleußten bezahlten Demonstranten einen Sturz der Regierung provozierte. Die Wiedervereinigung wurde formal durch die Volkskammer der DDR abgesegnet, einer Volkskammer, die zuvor in manipulierten Wahlen und durch massive Einmischung des Aggressors und damit dem Bruch des Völkerrechts durchgeführt wurde. Die Wahlmanipulation äußerte sich durch massive Stimmenkäufe bei den DDR Bürgern, die beim Besuch des Aggressorlandes mal eben 100 DM zugesteckt bekamen. Nicht weniger verdeckt, konnten die DDR Bürger auch rein zufällig noch mehr Geld zu einem weit besseren Kurs umtauschen, als es das Währungsverhältnis zuließ. Nicht zu vergessen die massive finanzielle Unterstützung der vom Aggressor kontrollierten Parteien mit Geld und Propaganda. Ein beispielloser Akt von Barbarei, der seinen Opfern, wie Frank Müller ein jahrzehntelanges Trauma beschert hat. Vor zwei Jahren endlich hatte es Frank Müller geschafft. Er konnte sich wieder in die normale Gesellschaft integrieren, doch dann passierte etwas, dass seine Erinnerung jäh wieder zurückbrachte: Wieder eine Annexion – diesmal die Russen auf der Krim. Wieder das Versprechen von blühenden Landschaften, wieder die von außen finanzierte Propaganda. Für Frank Müller brach erneut die Welt zusammen.

„Putin handelte genau wie Kohl damals bei der DDR Annexion,“ bricht es aus Müller heraus. „Kohl versprach uns damals blühende Landschaften und Wohlstand, als er die DDR heim ins Reich holte.“ Stattdessen brach die Industrieleistung des annektierten Gebietes um über 80% ein. Viele Betriebe wurden stillgelegt, die Arbeitslosigkeit stieg ins Unermessliche. „Bis heute haben wir uns nicht von den Folgen dieser aggressiven Politik erholt. Als ich dann im Fernsehen sah, wie der Putin die Krim Bewohner verKohlt, da wurde mir einfach nur schlecht.“

Vielen Ostdeutschen geht es so, wie Frank Müller, aber sie haben sich den Realitäten gebeugt und auch die Krim Bewohner werden das tun. Bis zur nächsten Annexion.

An seiner Wand hängt ein Bild einer stolzen Fabrik, in welcher Müller vor der Annexion gearbeitet hat. Heute stehen dort nur noch Ruinen.

2 Kommentare

  1. Anexion ist das richtige Wort. Mit einem Land ,dessen Bundeswehrmacht dem aggressiven Nato Pakt angehört kann ich mich nicht identifizieren.

  2. Zu dem Artikel muss ich als ehemalige DDR Bürgerin auch mal was sagen. Damals war ich gerade 14 Jahre alt und hatte genug von der Angst was falsches zu sagen mitbekommen. Es war schon länger eine Umbruchstimmung da, viele wanderten aus sie erhofften sich ein besseres Leben im Westen. Sicher sah man heimlich Westfernsehe, vor allem die schöne bunte Werbung war für uns Kinder verlockend und für die Erwachsenen andere Dinge. Als dann die Montagsdemos los gingen hab ich mich auch mit anderen auf den Weg gemacht, ich wollte wissen worum es ging, einfach dabei sein. Unser Volk wollte das die Grenzen geöffnet werden und mehr nicht. Wir wollten einfach nur reisen können. Ich kann mich noch erinnern wie unsere Lehrer sagten, dass wir unseren Eltern sagen sollen, sie sollen die CDU wählen damit es ein Deutschland gibt. Mir persönlich war ein gemeinsames Deutschland nicht wichtig, ich war zufrieden das die Grenzen offen waren. Als es dann schließlich zu einem Deutschland kam, fühlte ich mich beraubt unseren Staat. Die Wessis wollten uns doch gar nicht haben, aber wir gehörten nun einfach dazu. Die einen schafften es im Westen die anderen eben nicht und waren zum ersten Mal mit Existenzangst konfrontiert. Im übrigen wurde ja immer gesagt wir hätten nichts zu essen gehabt, aber unser Kühlschrank war nach der Wende leerer als vorher. Was das Reisen anging, vorher konnte man nicht überall hin wegen der Grenze und nun nicht, weil das Geld fehlte. Gewiss hatten sich das viele anders vorgestellt, aber es hat uns keiner gezwungen zu den Demos zu gehen. Ob da wirklich Demonstranten aus dem Ausland dabei waren weiß ich nicht. Fakt ist, das die Menschen unzufrieden waren, vor allem die Akademiker die offen schimpften das Fabrikarbeiter genauso viel bekamen wie studierte Leute. Angesichts der Tatsache das die Fabrikarbeiter viel mehr geschuftet haben kann ich den Frust nicht nachvollziehen. Wäre unser Volk zufrieden gewesen hätten auch keine Demo stattgefunden, egal ob da ein paar Demonstranten eingschleußt waren oder nicht. Erst nach Jahren habe ich im Westen gelernt was es heißt seine eigene Meinung sagen zu dürfen, dies ist wirklich was Gutes. Wir haben nur die Freiheit gewollt und nicht die Annexion. Manipulation war da, aber nur wo es darum ging die SPD oder die CDU zu wählen. Die Arbeiter kannten sich politisch nicht so gut aus und waren sich sicher nicht der Tragweite ihrer Wahlentscheidung bewusst. Wer A sagt muss auch B sagen und man kann nicht erwarten das einem in der BRD gebratene Hähnchen für´s nichts tun in den Mund fliegen. Wenn man will kommt man auch hier zurecht, vielleicht nicht immer gut aber es geht. Die DDR ist nicht mehr und das hinterher trauern bringt niemanden etwas.

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