Generalstreik: Zeitungsenten wollen mehr Lohn

Genug ist genug, steht auf den zahlreichen Plakaten der Demonstranten. Hier, vor dem NATO Hauptquartier in Brüssel, findet die bis dato größte Demonstration der Gewerkschaft für Zeitungsenten satt. Die NATO ist der weltweit größte Arbeitgeber für Zeitungsenten. Zwar werden zur Zeit immer mehr Zeitungsenten angestellt, allerdings werden die Jobs immer beschwerlicher und gefährlicher. Und das für einen Lohn, für den man kaum leben könnte.

„Letztes Wochenende, musste eine Zeitungsente durch einen Grenzzaun kriechen.“ erklärte der Gewerkschaftssprecher, „Vor diesem Drahtzaun warteten seit Wochen russische Militärfahrzeuge, um über die Grenze zur Ukraine zu kommen, aber sie konnten den Zaun nicht überwinden. Erst als die Zeitungsente ein Loch in den Zaun gebohrt hatte, konnten schnell 23 Fahrzeuge hindurchschlüpfen. Aber der Zaun war so elastisch, dass sich das Loch sofort wieder schloss, noch bevor die Journalisten ein Foto von dem Loch im Zaun machen konnten. Die Zeitungsente hat sich dabei erhebliche Blessuren und Risse zugezogen. Das hat schließlich das Fass zum Überlaufen gebracht. Deswegen stehen wir heute hier.“ Weil sich das Loch so schnell wieder schloss, erhielt die Ente keinen Lohn.

Auch eine andere Ente musste tagelang mit einem weißen LKW neben einem russischen Militärkonvoi, um zu suggerieren, dass der Hilfslaster, die Russland in die Ukraine schickt, eine Invasion vorbereiten. Dummerweise war sie allerdings mit einem DAF LKW unterwegs – statt wie der Hilfskonvoi mit KAMAZ LKWs. Auch diese Ente erhielt keinen Lohn.

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Zeitungsente im DAF LKW statt KAMAZ neben russischen Militärkonvoi

Auch werden Zeitungsenten in völlig neuen Betätigungsfeldern eingesetzt: So engagierte die Bildzeitung und der Spiegel Zeitungsenten, um Zeitungsenten vor der Veröffentlichung online zu kommentieren, sodass die ersten Kommentare nicht gleich die Ente enthüllen sondern nur diejenigen, die zur zweiten Kommentarseite die echten Kommentare der Leser sehen können.

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Der Vorsitzende der Zeitungsentengewerkschaft arbeitet schon seit geraumer Zeit für die NATO. Regelmäßig muss er behaupten, dass der Iran nur noch zwei Monate vor der Fertigstellung der Atombombe stehtseit 20 Jahren. Dennoch hat er bis heute keine Festanstellung erhalten. Ähnlich geht es seinen jüngeren Kollegen, die im Auftrag der NATO im Wochentakt den Einmarsch regulärer russischer Truppen, die Lieferung von schwerem Militärgerät aus Russland und die Angriffe russischer Artillerie auf die Ukraine verkünden müssen. „Dabei ist meine Bezahlung noch vergleichsweise gut.“ erzählt der Demonstrant auf Nachfrage. „Meine Kollegen in der Ukraine, die für die dortige Regierung oder die Nachrichtenagentur UNIAN arbeiten, kriegen nur ein Bruchteil des Lohns.“

Die Ukraine zählt zu den Emerging Markets für Zeitungsenten. Es werden seit dem Umsturz im Februar sehr viele Zeitungsenten eingesetzt. Die Bezahlung ist aber absolut schlecht. Allerdings kommt den ukrainischen Zeitungsenten zu Gute, dass sie sich häufig auf die gute Vorarbeit ihrer besser bezahlten Kollegen aus Brüssel stützen. Die Meldungen sind in der Regel identisch.

Dennoch sei die Chance auf bessere Löhne nie besser als Heute. „Ein langanhaltender Streik der Zeitungsenten könnte das Regime in Kiew in wenigen Tagen zum Zusammenbruch bringen. Das will die NATO um jeden Preis verhindern. Wir haben also eine gute Verhandlungsposition!“ So der Sprecher.

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  1. Endlich !!! Beweise für die russische Invasion in der Ukraine …. | 8hertzwitness

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