Russland: „Sanktionen für uns wunderbar“

Seit Monaten setzten Staaten der Nord-Atlantik-Pakt-Organisation (NATO) die Russische Föderation unter Druck. Mit der unsichtbaren Hand des freien Marktes geben die Amerikaner und Europäer dem putinischen Russland eine Sanktions-Ohrfeige nach der anderen. Doch ist das, was in westlichen Medien wie ein grandioser Erfolg erscheint, nichts weiter als ein Trugschluss? Funktionieren die Sanktionen?

Pjotr Batrowitsch, Europa-Beauftragter im russischen Wirtschaftsministerium, sagt Nein. „Im Gegenteil: Die Sanktionen sind wunderbar für uns! Etwas Besseres konnte uns kaum passieren. Verstehen Sie, seit Jelzin unser Land ausverkauft hat, werden wir von Produkten aus dem Westen überschwemmt. Jetzt, da der Westen sich selbst blockiert, können wir endlich wieder eine eigene Wirtschaft aufbauen. Öl-Investitionen, Börsengeschäfte – das alles machen wir jetzt wieder selbst oder mit den Chinesen. Und obendrei können wir selbst Sanktionen verhängen und uns selbst aussuchen, welchen russischen Wirtschaftszweig wir damit wieder zum Erblühen bringen können“. Ein weiterer positiver Effekt – so Batrowitsch – sei der Schutz vor westlichen Medikamenten, McDonalds und genetisch veränderter Nahrung. „Der Gesundheitsvorteil, den die russische Bevölkerung von der Vermeidung diese Produkte gegenüber den Europäern haben wird, ist kaum abzuschätzen“.

Unterdessen bröckelt auch das Vertrauen zu Sanktionen in der Europäischen Presse. Der wirtschaftspopulistische Spiegel schreibt „Im Kreml geben nur noch Hardliner den Ton an“ und beziehen sich damit auf die unüberwindbar effektive, harte Linie der russischen Sanktionen gegen Europa. Und auch deutsche Landesregierungen verstehen mittlerweile, dass der russische Markt ein Faktor ihres Wohlstands war.

Batrowitsch zeigt sich zufrieden: „Die Europäer und die US-Amerikaner sind eine verrückt gewordene Wirtschaftsmaschine. Und sie brauchen das Ventil eines Absatzmarkes, um ihre Produkte loszuwerden. Jetzt, wo sie sich selbst diesen Hahn zugedreht haben, merken Sie: Wir ersticken an unserem eigenen Müll.“

1 Kommentar

  1. Es war doch abzusehen, dass dieses rießige Land Russland sich von den Sanktionen der EU nicht unterbuttern lässt. Der Anstifter USA hat sich ja rausgehalten, um selbst keine Nachteile einfahren zu müssen. Ich war überzeugt, diese Sanktionen werden Russland nur kurzfristig in Schwierigkeiten bringen, langfristig werden sie Russland stärken und die EU wegen der verlorenen Märkte schwächen. Gewinner dieser Aktion wird vor allem auch China sein, das wollte die USA mit Sicherheit nicht erreichen. China hat einen rießigen Markt hinzugewonnen, ist einem Rohstofflieferanten und einem militärischen Partner nähergerückt und durch das eurasische Bündnis gegenüber Europa und den USA mindestens gleichwertig oder gar überlegen geworden. Die russischen Denkfabriken sind anscheinen den amerikanischen auch überlegen. Das kommt davon wenn man sich unbegründet überlegen fühlt und den Gegner für nicht gleichwertig betrachtet.

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