Naidoo erwägt Publikums-Check vor spontanen Reden

Die ungeschminkte Wahrheit

Naidoo erwägt Publikums-Check vor spontanen Reden

9. Oktober 2014 Deutschland Diktatur Krieg Medien Nazis Politik Propaganda USA Verschwörungen 0

Zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober trat Popstar Xavier Naidoo spontan auf einer Kundgebung für den Frieden auf. Wie DER SPIEGEL anschließend berichtete gab es allerdings kleinere Probleme mit der Publikumskomposition, die er adressierte. So sei der von Naidoo benutzte Mikrofonständer Carschten Halter von nicht genannten Quellen aus nicht genannten Gründen als Antisemit klassifiziert worden. Ursache könnte möglicherweise sein, dass er die in einem Land mit freier Meinungsäußerung nicht zulässige Kritik an israelischen Bombardements gegen die Zivilbevölkerung in Gaza für seine Zwecke missbraucht habe. Auch kritisierte er unzulässigerweise die NATO und die Haltung der Bundesregierung im Ukraine-Konflikt.

Erschreckend an dieser Veranstaltung war aber, dass sich der Berliner NPD Chef Sebastian Schmidtke, ohne dass es Naidoo mitbekommen hatte, unter den Demonstranten versteckt hielt. Ausserdem sei der Enkel eines Opas, dessen Bruder früher kurzzeitig in derselben Stadt wie Hitler nämlich in Braunau am Inn gewohnt hatte, kurz auf der Veranstaltung gesehen worden war. Ebenso zeige seine Kritik an dem kriminalistisch vollständigen aufgearbeiteten Ablauf des 11. September 2001, dass Naidoo der in Deutschland verbotenen Kritik an der Politik der Vereinigten Staaten (Neusprech Antiamerikanismus) zugeneigt ist. Dies untermauerte er laut Spiegel bereits 2011, als er die irren Verschörungstheoretiker-Thesen von amerikanischen Truppen samt Atomraketen in Deutschland, sowie einer angeblichen vollständigen Überwachung durch die NSA zum Besten gab („…, dass Deutschland kein souveräner Staat sei, sondern ein Vasall der USA – von der NSA überwacht und als Standort für Atomwaffen und Mörder-Drohnen missbraucht.“).

Daraus ergibt sich Naidoos wahnhafter Traum von „einer libertären Gesellschaft […], in der jeder seine Meinung sagen kann und sich verwirklichen darf, unbeeinflusst von staatlicher Kontrolle oder von durch Massenmedien verordnete Dogmen. Leitmotive seien darin „Respekt und Liebe“.“

Diese wirren Vorstellungen sind laut Spiegel ein Albtraum für die westliche Wertegemeinschaft.

In einer Pressemitteilung reagierte Naidoo jetzt auf die Vorwürfe. Es tue ihm leid, wenn er vor staatlich nicht genehmigten Zuhörern staatlich nicht genehmigte Wahrheiten ausspreche. Um solche Fehltritte künftig zu vermeiden sehe er sich gezwungen in Zukunft sein Publikum vor dem Beginn spontaner Reden ausführlich zu überprüfen. So haben seine Mitarbeiter bereits einen Fragebogen entwickelt, den alle potentiellen Zuhörer seiner Ansprachen auszufüllen hätten. Darin werden die Personen gefragt, ob sie schon einmal berechtigte, aber staatlich nicht genehmigte Kritik an Israel, den USA oder der NATO geübt hätten. Sollte das der Fall sein, so werden diese Personen höflich aber bestimmt gebeten die Veranstaltung für den Zeitraum von Naidoos Rede zu verlassen. Wer dies verneine, solle aber doch aus Sicherheitsgründen seine Personalien und eine Kopie des Ausweises mit dem Fragebogen abgeben, falls es später zu nachfragen seitens des SPIEGELs oder der Regierung kommen sollte.

Nur so könne in Zukunft sichergestellt werden, dass Naidoo nicht vor den Falschen die falschen Reden halte und er auch weiterhin als konformer korrekter Bürger in der freiheitlich unabhängigen Presse gelten kann.

 

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