Verbraucherschutz: „Konsument“ ist jetzt offiziell ein Beruf

Der Verbraucherschutz schützt den Verbraucher. Und dieser braucht Schutz vor der immer weiter wachsenden Horde von Konsumkritikern. Mindestens schockierende 1% der Deutschen outen sich bereits als Konsumkritikier. Genug für Peter Kowali, Präsident des Bundesamtes für Verbraucherschutz, die Notbremse zu ziehen und vor allem die von der Kritik bedrohtesten Konsumenten – professionelle Söhne und Töchter, Kinder, Verwandte und Angehörige von Multimillionären und Multimilliardären – mit aller Kraft zu schützen. „Konsument“ gilt ab der Weihnachtssaison 2014 als echter Beruf.

„Die Entscheidung ist uns sehr leicht gefallen“, so Kowali im AMR-Interview, „denn wenn man sich’s genau überlegt, ist schon Einkaufen sehr sehr schwer. Man muss Entscheidungen treffen – ‚mag ich das, mag ich’s nicht‘ – man muss sein Geld im Kopf behalten – ‚reicht die Kreditkarte von Papi noch‘ – im Prinzip ist man quasi ein halber Manager.“ Der zweite Teil des Konsums, so Kowali, läge dann im Verbrauch: „Nach dem Einkauf kommt der Verbrauch. Der Konsument muss sich nun ordentlich ins Zeug legen, um wirklich die 4 Tafeln Schokolade, die er sich gekauft hat, auch alle zu essen, bestenfalls beim Fernsehen, um gleich noch das Pay-TV-Abo abzukonsumieren. Und wer macht’s am Ende weg? – Dafür sollte wiederum eine Putzfrau beschäftigt werden. Sie sehen: Der engagierte Konsument ist eigentlich schon ein kleiner Unternehmer!“

Kritik erntet Kowali indes von der Liga der konsumkritischen Miesmacher e. V., deren Vorsitzender Frank Müller aus Bremen: „Der Mann hat doch ein Rad ab! Kann ich jetzt auch beruflich Schlafen oder beruflich Atmen? Normale Menschen ackern sich den Arsch ab und die Regierung hat nichts Besseres zu tun, als die Kuh zum ‚Molkereifachmann‘ zu erklären“. Müller kündigte an, nächste Woche das Karstadt mit konsumfeindlichen Botschaften zu besprühen und dies anschließend der Geschäftsleitung als „auftragsfreie Sonderdienstleistung mit Nacht- und Gefahrenzuschlag“ in Rechnung zu stellen.

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