Verschollenes Fundstück. Archäologen entdecken: MUT

Historisches Artefakt: Die goldenen Eier des Mutes

Es war eine kleine Sensation, als der berühmte Archäologe und Prähistoriker Prof. Dr. Holger Rugenbauer den Sarkophag Friedrichs des Großen öffnete und genauer untersuchte. Neben preußischem Mief und einem Duft von Gewalt stellte Rugenbauer sofort fest: Hier liegt noch etwas anderes in der Luft. Genaue Labor-Untersuchungen förderten es dann zu Tage: Rugenbauer ist auf eine in Deutschland lange verschollene Eigenschaft gestoßen: Mut.

„Mut? – Kenn‘ mer nich, hamm mer nich“ – mit diesen Worten begrüßt der Pförtner im Museum für Verschollene Geschichte Berlin Herrn Prof. Rugenbauer, als dieser seinen gefundenen Mut ins Archiv einlagern will. „Hamm Se vielleicht n Formular, wo das draufsteht?“ – Rugenbauer schluckt, weil er auch selbst mit seinem neuen Mut zunächst überfordert ist. Aufgrund der unüberwindbaren bürokratischen Hürde nimmt Rugenbauer den historischen Mut wieder mit. Schwindelig taumelt er auf die Straße und stößt mit einer überaus attraktiven Frau zusammen. „Mir wird schwindelig. Wollen wir einen Kaffee trinken?“ – Rugenbauer weiß nicht, was mit ihm los ist und lässt die bereits freundlich nickende Dame stehen.

Angekommen vor dem Bundestag ruft Rugenbauer „Merkel, du transatlantische Prostituierte“ und hat prompt eine Versammlung von 4000 Menschen um sich geschart. Nachdem er danach vor dem Schloss Bellevue zu Ehren von Bundespräsident Gauck einen biologisch abbaubaren Kot-Haufen hinterlassen hat, wie dies bereits ein anderer Bürger vor einigen Wochen getan hatte, ist er plötzlich auf dem Ku’Damm und klärt wildfremde Passanten über CIA-Verbindungen zur ISIS, Korruption und Possenspiel im Spitzenfußball, tödliches Gift in der Nahrung und am Himmel und die diktatorische Natur der Bundesrepublik auf.

Rugenbauer ist fertig, er ringt mit der letzten Kraft. Auch wenn er den Fund des Jahrhunderts in seinen Händen hält. Dieser Mut macht ihm Angst, dieser Mut würde dauerhaft sein Leben verändern. Und er weiß nicht, ob etwas Wunderbares oder etwas Schreckliches daraus entstehen würde. Mit seinem letzten klaren Gedanken schmeißt Rugenbauer den Mut in den Gulli. Soll sich jemand anderes damit befassen. Rugenbauer ist erleichtert und geht seelenruhig ist sein gewohntes Leben zurück.

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