Letztes Aufgebot: Troll-Volkssturm gegen Putinversteher

Das letzte Aufgebot der westlichen Propaganda! Gewinnt die Gicht oder das jüngste Gericht?

Das Internet stellt die gerechte demokratische Meinungsführerschaft des Westens vor erhebliche Probleme. Während in früheren Zeiten die Menschen durch staatlich oder privatwirtschaftlich gelenkte Medien mit einer gezielten, aber sorgfältig abgewogen Anzahl von leicht zu übernehmenden eigenen Meinungen versorgt werden konnten, machen immer mehr Mitbürger den Fehler im Internet alternative Quellen aufzussuchen. Viele fangen sich dort eine unvorhergesehene unpassende eigene Meinung ein, welche die freiheitlich demokratische Grundordnung vor erhebliche Probleme stellt. Um diesem Meinungsebola entgegenzuwirken, ohne die offiziell zulässigen “eigenen Meinungen” in Frage zu stellen und damit noch mehr Verwirrung unter den zur konsequenten Selbstzensur erzogenen freiheitlichen West-Menschen zu stiften, werden im großen Maße Meinungsbildner, sogenannte Trolle in sozialen Netzwerken wie Facebook eingesetzt.

Unser Experte Holger Rugenbauer beobachtet die Trolle schon seit langer Zeit und hat dabei erhebliche Veränderungen in ihrem Verhalten festgestellt. Herr Rugenbauer ist heute zu einem Interview mit AMR geladen.

AMR: Herr Prof. Rugenbauer, woran erkennt man eigentlich diese Meinungstrolle?

Holger Rugenbauer: Es gibt drei wichtige Eigenschaften: Sie posten provokante Inhalte, ignorieren fundierte Gegenargumente, so als wären sie nicht da. Sie arbeiten mit niedrig dosierten persönlichen Angriffen wie Unterstellungen und Behauptungen und wollen damit provozieren. Dadurch soll sich ihr Gegenüber in Widersprüche verstricken oder emotional aufgeladen werden und sich selbst zu Beleidigungen hinreißen lassen. Dadurch versuchen sie ihr Gegenüber bloßzustellen ohne selbst Angriffspunkte zur eigenen Bloßstellung zu liefern.

AMR: Das heißt jeder der provokante Inhalte einstellt, die leicht widerlegbar sind, ist ein solcher Troll.

HR: Man muss hier unterscheiden: Es gibt bezahlte Trolle, Menschen, die Trollen, weil es ihr Intellekt nicht anders zulässt und Vollpfosten. Nur die bezahlten sind gefährlich, weil in der Regel Profis. Sie sind die einzigen, die die Eigenschaft des totalen Ignorierens von fundierten Gegenargumenten und das Verschweigen eigener Angriffspunkte auszeichnet. Die anderen Punkte sind auch bei den übrigen Personengruppen zu finden.

AMR : Ist das der Unterschied, den Sie im Verhalten der Trolle festgestellt haben?

HR: Nein, ich habe einen deutlichen Qualitätsverlust bei den Trollen festgestellt. Früher waren die Trolle engagiert, ließen nicht locker, mussten kaum zensieren und hatten fantasievolle Profilbilder. Jetzt kommen einige von ihnen mit Facebook-Standardbildern daher, die anderen sind kaum kreativer. Man muss eine halbe Ewigkeit warten, bis sie antworten. Während man früher mit den Trollen stundenlang um den heißen Brei reden konnte, ohne das es langweilig wurde, wiederholen sich diese Trolle jetzt schon beim zweiten Post in ihrer Strategie andere zu provozieren. Ich kann da nur einen großen Qualitäts- und Subtanzverlust feststellen.

AMR: Interessant. Wie ist der zu erklären?

HR: Über die Ursachen bin ich bisher noch im Unklaren. Folge ist jedoch, dass hier wohl eher weniger gut qualifizierte Trolle unterwegs sind. Ich habe letztens auf Facebook in einem Forum mit 5 Trollen gleichzeitig “diskutiert” und keiner von denen hat mich vom Hocker gerissen.

AMR: Was ist ihre Theorie?

HR: Es gibt mehrere Möglichkeiten: Die Geldgeber hinter den Meinungstrollen zahlen nicht mehr genug – entweder, weil sie es nicht für so wichtig halten oder weil ihnen das Geld ausgeht. Oder die wirklich fähigen Trolle sind abgeworben worden oder haben sich aus irrationalen menschlichen Überlegungen von ihrer Tätigkeit verabschiedet.

AMR: Das heißt?

HR: Da die gut geschulten Trolle weg sind, wird jetzt der schäbige Rest auf uns losgelassen – sozusagen ein Troll-Volkssturm. Während sich die etablierten Medien mit hochkreativen Artikeln wie “Putins Tiger reißt 15 Ziegen in China” langsam in ihren Bunker zurückziehen, um sich auf ihre Selbsterschießung vorzubereiten, werden Tattergreise an die Internetfront geschickt, die nicht wissen, wie rum sie die Tastatur halten müssen. Ihnen zur Hand gehen Jugendliche, die nur dank Spracherkennung überhaupt in der Lage sind deutsche Wörter in Schriftform aneinanderzureihen, um einen Satz zu simulieren.

AMR: Entschuldigung – ich habe 12 Jahre unser Bildungssystem genossen – könnten Sie das bitte wiederholen?

HR: Kurzum ein Blinder schreibt die Texte, während ein Tauber versucht die Richtung der  näherkommenden Einschläge festzustellen.

AMR: Ähm ja, Herr Prof. Rugenbauer, wir danken ihnen für das Gespräch.

 

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