Ließ Putin der SZ die Panama Papers zuspielen?

Fake News - näher an der Wahrheit als die Realität

7. April 2016 4
Putins Panama Papers sind ein schwerer Schlag gegen die Pressefreiheit.Putins Panama Papers sind ein schwerer Schlag gegen die Pressefreiheit. http://www.kremlin.ru/ CC BY 4.0 verändert

Es ist eine Attacke auf den freiheitlichen, unabhängigen, westliche Journalismus, wie sie nur dem Hirn des russischen Despoten entspringen kann. Sind die Panama Papers in Wahrheit eine perfide angelegte Finte des russischen möchtegern Weltmachtlers? Neue Recherchen belegen nun, dass der bisher unbekannte Informant, der die Daten angeblich der Kanzlei Mossack Fonseca entwendet hat, in Wahrheit einer von Putins KGB Agentenfreunden war.

„Es kann nur diesen Schluss geben!“ erklärt Holger Rugenbauer,  Professor am Leerstuhl für perfide Medienhetze an der Universität Mainz. „Putin hat den freien, ehrlichen Journalismus in eine Falle gelockt!“

Denn statt wirklicher Enthüllungen präsentierte die Weltpresse mögliche Verbrechen Putins, mit aber ungewöhnlich schwachen Spuren. „Diese Spur hat Putin absichtlich gelegt,“ ist sich Rugenbauer sicher. „Und offenbar sind einige durch und durch ehrliche, aber offenbar zu leichtgläubige westliche Journalisten darauf hereingefallen!“

Putin selbst kommt in den Panama Papers gar nicht vor, nur Personen, die in irgendeiner Weise Verbindungen zu ihm hatten – allerdings ungewöhnlich schwache.

„Schauen Sie sich doch selbst das Ergebnis an,“ erklärt Rugenbauer und zeigt an seine Pinnwand, an der nationale und internationale Publikationen mit Putins Konterfei aufgehängt sind. Darunter jeweils Artikel zu den Panama Papers. „Alle berichten mit dem gleichen Aufhänger, aber bewiesene Verbindungen gibt es keine zu Putin, allerdings sind 6000 amerikanische und 9000 britische Firmen in der Datenbank genannt. Aber der Aufmacher fast aller seriösen Zeitungen ist Putin. Es ist nicht verwunderlich, wenn der Leser jetzt den Eindruck gewinnt, alle westlichen Presseorgane wären gleichgeschaltet und hetzen gegen den russischen Präsidenten.“

Und das war es auch, was Putin vermutlich erreichen wollte. Mit Ansage! Denn kurz vor der Veröffentlichung der Panama Papers ließ Putin über seinen Pressesprecher Dimitry Peskov verlautbaren, dass eine groß angelegte Medienkampagne gegen Putin zu erwarten sei. Wie konnte Peskov davon wissen, wenn der Kremlherrscher nicht selbst der Urheber dieser vermeintlichen Kampagne gegen ihn war?

„Es ist keine Kampagne des Westens gegen Putin, sondern eine Kampagne Putins gegen die Pressefreiheit und unsere westlichen Werte.“ konstatiert Rugenbauer. Dieser neuerliche Angriff auf die Freiheit soll den „Lügenpresse“ Rufern auftrieb geben. In den einschlägigen Foren und auf Facebook sind Putins Kremltrolle schwer beschäftigt die öffentliche Meinung in diese Richtung zu lenken. Da werden angebliche Beweise für eine absurde Gleichschaltung westlicher Medien ins Feld geführt. Aber nur weil es immer wieder wiederholt wird, wird die Aussage nicht wahrer. „Unsere Leser sind nicht dumm. Sie merken, wenn sie von der russischen Propaganda verarscht werden. Aber wir müssen auf der Hut sein! Irgendwann könnte eine solche Attacke erfolg haben.“ warnt Rugenbauer.

Doch es gibt bereits eine Gegenbewegung. Zu offensichtlich ist die Fälschungsabsicht, mit der Putin die Schuld dem Westen in die Schuhe schieben wollte.

„Schauen Sie sich das Logo der Kanzlei an: Glauben Sie dass ist Zufall, dass es wie ein um 45° gedrehtes NATO Logo aussieht? Das ist Absicht um damit die Nähe zur NATO zu symbolisieren.“ Erklärt Rugenbauer. „Damit soll der Eindruck erweckt werden: Mossack Fonseca = korrupt, NATO = korrupt.“ Damit wollten Putins Propagandastrategen vermutlich eine absurde Verbindung zwischen Kriminellen und der NATO herstellen.

Die Suche nach der fehlenden Verbindung läuft auf Hochtouren. Rugenbauer ist sich ziemlich sicher, dass Firmengründer Jürgen Mossack in irgend einer Verbindung zu Wladimir Putin steht. Spielten sie in Ihrer Kindheit gemeinsam im Sandkasten? Wer war sein Taufpate? Und wo findet man den verdammten Cellolehrer?

 

4 Antworten

  1. Beat sagt:

    Toll gemacht – Herrlich! 🙂

  2. Henry Morgan sagt:

    Na ja, ich mußte zwar über das Obama-Gedicht von dem Herrn Böhmermann herzlich lachen, aber trotzdem befinde ich es mehr als geschmacklos.

    Ich weiß es nicht mehr, wann ich ein Gedicht letztmalig schreiben sollte bzw.musste. Aber da war ich einst noch ein Schuljunge.

    Aber jetzt möchte ich erstmalig freiwillig so einen Gedichtskäse für den Böhmermann schreiben!

    Böhmermann, Böhmermann, zum lachen konntest Du mich bringen.
    Böhmermann, Böhmermann, Obama hin oder her, was für ein geschmackloser Geist steckt in Dir Böhmermann?

  3. Henry Morgan sagt:

    Tja, zu dem Floriab Schaar, möchte ich sagen: „‚Ich begrüße sehr den freien und ehrlichen Journalismus“ Aber dass der wirklich immer ehrlich ist, das müßte erst noch bewiesen werden.

    Wie könnte ich auch einen fairen, neutralen, ehrlichen Jornalismus in der puren Hetze gegen Putin in Ihrem Aufsatz erkennen? Sie spekulieren und vermuten auf Teufel komm raus, um den Putin schlecht zu reden. Ist aber der Putin wirklich so schlecht wie Sie Herr Schaar den verkaufen wollen?

    Wenn Sie das „sogenannte“ Gedicht von dem Herrn Böhmermann lesen, dann ist das doch auch eine Art Hetze aber auf den großen Gegenspieler von Putin.

    Aber auch Sie müßten wissen mit welchen fragwürdigen Methoden die CIA ihr Game betreibt und pure Lügen an die Presse lanciert, die dann völlig ungeprüft in den Medien abgedruckt werden. Meinen Sie wirklich, dass nur die Russen die Bösen sind, falls die sich mal etwas ähnliches erlauben?

    Wer bedrängt denn wirklich wen? Die Russen die Nato und die USA, oder die USA und die Nato die Russen? Wer ist also der wirkliche böse Kriegstreiber und das gegen jegliche Vereinbarungen? Hier werden leider schon wieder Fakten verdreht und verfälscht, wie das auch nach Kriegsende 1945 im schamlosen, großen Stil gemacht wurde.

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