Proteste in Weißrussland: „Wir würden uns auch gegenseitig erschießen“

Sie gehen gegen Wahlen und prorussische Volksabstimmungen auf die Straße. Der ukrainische Maidan ist ihr Vorbild. Demonstranten in Weißrussland wollen nicht länger ein souveränes Land haben. „Die zunehmenden Wahlen ermüden uns,“ sagte ein Protestler im Interview. „Wir möchten, dass zukünftig der US-Präsident entscheidet, wer in unserer Regierung sein darf, welche Filme wir gut finden und mit wem wir Handel treiben dürfen.“ Jewgenia, eine Mutter von drei Kindern, teilte uns mit: „Ich habe diese drei Jungs nicht gezeugt, damit sie in Frieden ein Haus bauen können und eine eigene Familie gründen! Ich warte jetzt seit Jahren darauf, dass sie endlich als Kanonenfutter für amerikanische Interessen verheizt werden können. Wenn wir noch länger warten, sind sie zu alt für diesen Scheiß. Der Älteste ist schon 26 und immer noch nicht tot!“

Wie Jewgenia bangen viele weißrussische Mütter um die Zukunft ihrer Kinder. „Die Ukrainer haben es gut. Die dürfen sich jetzt vom Russen abknallen lassen!“ meint Natalia aus Baranawitschy  „Ich habe meinen Jungs gesagt: geht da hin, lasst euch endlich abknallen! Aber die meinten dann, das wäre zu schwierig in eine Kugel zu laufen, wegen Putins blödem Waffenstillstand.“

Der Hass auf die russischen Untermenschen treibt die Bevölkerung zu unglaublichen Entbehrungen: Marija aus Lida, nahe der Grenze zu Litauen, hat ihren russischen Herd ausgemustert und eine offene Feuerstelle in ihrem Wohnzimmer errichtet. Darüber hängt ein alter Wehrmachtskochtopf, den ein Soldat zurückließ, der ihre Großmutter vergewaltigte. Darunter brennt Holz, dass sie für den zehnfachen Preis von russischem Holz aus Kanada importiert hat. Wehmütig denkt sie an die guten alten Zeiten zurück. Tatjana aus Marijna Horka, in der Nähe von Minsk, zum Beispiel hat eine Kloschüssel, die in Putins Reich produziert wurde. Deswegen benutzt sie diese nicht mehr und scheißt deshalb in eine abgelegene Ecke im Wohnzimmer.

„Wir brauchen endlich mehr amerikanische Werte hier in Weißrussland, Folterlager mit modernem Waterboarding, Verhaftungen ohne Grund und ohne Rechtsbeistand und es müssen viel mehr Menschen im Gefängnis sitzen!“ sagt Dimitry aus Maladsetschna. „Und willkürliche Erschießungen von nicht Amerikanern!“ pflichtet ihm sein Kumpel Sergey bei, „Am besten von so einer geilen Predator Drohne!“ „Oh ja,“ sagt Dimitry “ Und natürlich wollen wir auch ein paar von diesen geilen Kopfabschneidern, die Obama nach Syrien geschickt hat. Ich hoffe die kriegen wir auch, obwohl wir nicht sicher sind, ob Trump so ein freiheitsliebender Demokrat wie Obama ist.“ Von seinem Nachfolger Trump, haben die beiden keinen guten Eindruck. „Wir wissen nicht, ob er die westlichen Werte wirklich teilt.“

Von diesen Segnungen der westlichen Zivilisation sind die Weißrussen noch weit entfernt. Gerüchten zu Folge soll es in dem rückständigen Land noch immer kostenlose Bildung und Gesundheitsversorgung geben. Vielen regierungsfinanzierten NGOs reicht es langsam mit der Lukaschenko-Regierung. Sie wollen Schlagstöcke Rüstungen und Schilde nach Minsk schmuggeln, damit die Menschen dort friedlich gegen das Regime demonstrieren können. Einige Scharfschützen stehen schon bereit, um nach Maidan-Vorbild auf die friedlichen Demonstranten zu schießen, falls Lukaschenko nicht einlenkt.

Andere stehen schon bereit, innerhalb weniger Tage die weißrussische Staatsbürgerschaft anzunehmen und in der Nachfolgeregierung Lukaschenkos den Ausverkauf des Landes in die Hand zu nehmen.

Es ist also alles vorbereitet. Nur der weißrussische Diktator steht noch zwischen dem Volk und dem Paradies. Aber sicher nicht mehr lange. Wenn nicht wieder der blöde Putin eingreift.

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