Hohes Medieninteresse: Piratenpartei verlegt Demonstrationen nach Russland

Neue Strategie: Piratenpartei demonstriert jetzt in Russland
Neue Strategie: Piratenpartei demonstriert jetzt in Russland

In den Wahlprognosen wird die Piratenpartei nur noch unter „Sonstige“ geführt. Zu Wahldebatten werden die einstigen Hoffnungsträger schon lange nicht mehr eingeladen. Jetzt haben die Führer der Internetpartei einen neuen Weg gefunden, wie sie die Medienresonanz erheblich steigern können: Statt ihre Demonstrationen in Deutschland durchzuführen, wo bei den paar Hanseln nicht mal regionale Zeitungen darüber berichten, sollen die Versammlungen jetzt in russische Städte verlegt werden, wo der ARD Staatsfunk über jede Dorfdemo ab 2 Teilnehmern berichtet. Laut Frank Müller, dem Demo-Organisator der Piratenpartei seien die Flüge nach Moskau, Sankt Petersburg, Nowosibirsk und Wladiwostok schon gebucht.

„Wenn man in Russland demonstriert, ist man mit 2% Zustimmung schon Oppositionsführer.“ schwärmt Müller von den unendlichen Möglichkeiten, die Russland bietet. „Berichte über die Demo gibt es nicht nur in einer Randnotiz im Amtsblatt, sondern in allen wichtigen Tageszeitungen gibt es zweiseitige Artikel über unsere Aktionen! Das ist so einfach und so wunderbar!“ Die Aktivisten planen dabei gezielt gegen das Versammlungsgesetz zu verstoßen und andere Veranstaltungen zu stören um dabei Festnahmen zu provozieren. „Radau-Demos kommen in den Mainstream-Medien besonders gut an, da setzen wir alles in Bewegung!“

Um der Aktion mehr Authentizität zu verleihen beschloss der „Sonderparteitag der Piraten zu Russlanddemos“ auch einige neue Ziele ins Wahlprogramm der Piratenpartei aufzunehmen: So wurde unter der Überschrift „Deutschland den Deutschen“ unter anderem gefordert, dass jeder Deutsche das Recht haben sollte eine Schusswaffe zu tragen und das militante Flüchtlinge nur Kakerlaken seien, die man nicht nur mit Fliegenklatschen, sondern am besten mit einem gezielten Schuss bekämpfen solle.

Insgesamt ist Müller zuversichtlich, dass die Aktion ihm in Deutschland überwältigende Sympathien einbringen wird. „Ich habe die Foren der großen Nachrichtenmagazine verfolgt und die Kommentatoren haben Nawalnys Aktion alle verteidigt und äußerst positiv aufgenommen. Das wird dem Merkelregime nicht schmecken, wenn sich vor allem viele Junge Leute unseren Protesten anschließen.

Auf die Frage, warum er keine Krawall-Demo in Deutschland mache und sich einfach hier festnehmen lasse, wiegelt er ab: “ Auf gar keinen Fall. In Russland kann man problemlos gegen Demoauflagen verstoßen, da ist das nur eine Ordnungswidrigkeit, die mit Geldstrafe oder maximal 30 Tagen Haft im Wiederholungsfall bestraft wird. In Deutschland hingegen ist das eine Straftat, die mit bis zu einem Jahr Haft geahndet werden kann. Da verpasse ich nicht nur ein Depeche Mode Konzert, sondern auch die Bundestagswahl im September.“

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