Parlamentarische Demokratie ist Diktatur mit festen Diktaturperioden und hoher Personalfluktuation

Zentrum der deutschen Diktatur: Der Reichstag - Quelle: Pixabay
Zentrum der deutschen Diktatur: Der Reichstag - Quelle: Pixabay

Professor Holger Rugenbauer ist einer der renommiertesten Diktaturforscher, über die die AMR schon berichtet hat. Er kritisiert die landläufige Einteilung von Diktaturen und stellte daher in seiner neusten Veröffentlichung eine neue Einteilung vor.

AMR: Herr Professor Rugenbauer können Sie uns Ihre Kritik an den bekannten Systemen erläutern und ihre Einteilung näherbringen?

HR: Meine Einteilung ist recht einfach. Ich unterscheide zwischen freiheitlichen Systemen und Herrschaftssystemen. Unter freiheitlichen Systemen verstehe ich Systeme, in denen der Bürger jederzeit seine volle Souveränität ausüben kann und Entscheidungen, welche die Gesamtheit der Bevölkerung angehen, aktiv mitgestalten kann. Dazu zählen zum Beispiel basisdemokratische Systeme. Herrschaftssysteme sind alle Regierungsformen, in denen die Mehrheit zu Gunsten einer Minderheit entmündigt wird und diese Minderheit für die Mehrheit Entscheidungen trifft. Dazu zählt das, was wir als klassische Diktatur kennen, Oligarchien und die parlamentarische „Demokratie“.

AMR: Habe ich sie richtig verstanden? Sie zählen also die parlamentarische Demokratie mit zu den Diktaturen?

HR: Das ist richtig. Die parlamentarische Demokratie müsste eigentlich korrekterweise parlamentarische Diktatur heißen. Im Grunde ist es nur eine Unterform der Oligarchie, mit festen Diktaturperioden und höherer Personalfluktuation.

AMR: Mit Verlaub ich halte das für blanken Unsinn. Eine parlamentarische Demokratie ist doch viel freier als eine Diktatur!

HR: Finden Sie?
Die parlamentarische Diktatur hat weitestgehend die gleichen Eigenschaften, die auch die klassischen Diktaturen ausmachen: Totalüberwachung, Zensur, Benachteiligung und Internierung der politischen Opposition, Hass und Denunziation politischer Gegner, willkührliche Verhaftungen, Folter, Massenmedien in den Händen weniger, Behinderung und Denunziation von alternativen Medienangeboten, nur schwach kaschierte Zensur vor allem im Internet. Die USA und Deutschland, zwei Länder, die sich selbst als Demokratien bezeichenen, sind international Spitzenreiter bei der Internetzensur.

AMR: Aber sie haben doch in der parlamentarischen Demokratie ein Mitbestimmungsrecht, dass sie natürlich nur aller paar Jahre wahrnehmen können, aber es ist da.

HR: Das ist es, was sie glauben sollen. Tatsächlich halte ich die parlamentarische Diktatur für die höchste Form der Diktatur, die bisher auf diesem Planeten ersonnen wurde.

AMR: Das müssen Sie erklären.

HR: Sie können es vielleicht am Einfachsten mit einem Lottospiel vergleichen: Wenn Sie Lotto spielen, gibt jeder Teilnehmer ein kleines bisschen Geld. Von diesem Geld bekommt die Hälfte der Staat und die andere Hälfte wird über einer kleinen Minderheit der Einzahler ausgeschüttet. Es ist eigentlich völlig absurd in dieses Spiel Geld oder Zeit zu investieren. Dennnoch machen viele Menschen mit, in der Hoffnung, dass die eine, völlig unwahrscheinliche Chance eintrifft, dass sie gewinnen. Der Glaube an diesen Gewinn macht das System möglich. Aber die große Mehrheit verliert bei diesem Spiel ausschließlich. Bei der parlamentarischen Diktatur ist das nicht anders.

AMR: Das ändert nichts daran, dass ich ein Mitbestimmungsrecht habe, und warum sollte ich das nicht wahrnehmen.

HR: Die wichtigste Eigenschaft einer Diktatur ist die vollständige Entmündigung der Bürger. Diese erfolgt in der klassischen Diktatur brachial, plump und direkt. In der parlamentarischen Diktatur kann der Bürger wählen. Nämlich zwischen erzwungener Selbstentmachtung, wie in der klassischen Diktatur und der freiwilligen Selbtentmachtung. Die freiwillige Selbstentmachtung erfolgt durch Stimmabgabe. Wer seine Stimme abgibt, hat nichts mehr zu sgaen, denn er hat seinen Vormund bestimmt, der ab sofort für ihn denkt und handelt. Es ist eine freiwillige Überführung ins betreute Wohnen. Wer sich nicht freiwillig selbst entmündigt, also nicht zur Wahl geht, der wird per Hochrechnung entmündigt. Tatsache ist aber: Ob in der klassischen Diktatur oder in der parlamentarischen Diktatur: Sie werden entmündigt: Die Macht wird von einer kleinen Minderheit ausgeführt, die über das Schicksal der Mehrheit entscheidet, ob man will oder nicht und egal wo sie ihr Kreuzchen machen. Während aber in der klassischen Diktatur die Unterdrückung offen zu Tage liegt, gibt es in der parlammentarischen Diktatur die Illusion, dass man durch die Selbstentmündigung die Politik beeinflussen würde. Und für viele wird der Glaube an diesen Mechanismus zu einer Religion. Die Opfer dieser Entmündigung werden selbst zu Tätern und forden von anderen, dass sie sich ebenfalls selbst entmündigen und das oft sehr energisch.

AMR: Aber in der Demokratie kann doch die Regierung abgewählt werden und eine neue gewählt werden!

HR: Nein, sie können die Entmündigungsrepräsentanten austauschen. Die Entmündigung selbst können Sie nicht verhindern. Der Personalaustausch hat auch eine wichtige Funktion in der parlamentarischen Diktatur. Er bringt frischen Wind unter die Gläubigen. Hat ein Gesicht ausgedient, hat es zuviel Hass aufgeladen, muss es weg und ein neues, frischen kommt heraus. Das Alte wird aber nicht einfach davongejagt, sondern wird mittels des Mechanismus der „Abwahl“ scheinbar vom „Souverän“ selbst entfernt. Das System der Entmündigung und Minderheitenherschaft wird dabei aber zu keinem Zeitpunkt in Frage ggestellt.Dennoch erweckt es bei den Gläubigen das positive Gefühl etwas erreicht zu haben und zwar mit den Mitteln der Demokratie. Das stärkt den Glauben an das System. Das neue Gesicht weckt gleichzeitig neue Hoffung und kann wieder ein paar Jahre genutzt werden. Es ist wie bei dem Glauben an Homöopathie. Man bekommt ein homöopatisches Mittel gegen Schnupfen und wenn der Schnupfen dann weggeht, dann glaubt man, es lag an der Homöopathie, obwohl diese den Lauf der Dinge gar nicht beeinflusst hat. Genauso glauben die Jünger der Parlamentarischen Diktatur, dass sie das System durch Gesichtsaustausch besiegen könnten, während das eigentliche System – nämlich die Entmündigung der Bürger, niemals in Frage gestellt wird. Das Hamsterrad dreht sich weiter, bekommt aber einen neuen Farbanstrich.

AMR: Aber man kann sich doch auch selbst zur Wahl stellen und etwas verändern, wenn man gewählt wird!

HR: Ja, die Parlamentarische Dikatur gibt denjenigen, die es wollen und skrupellos genug sind, die Möglichkeit vom Opfer zum Täter zu werden, als statt beherrscht zu werden, selbst zu herrschen. Früher musste man dafür seinen älteren Bruder umbringen. Heute muss man nur ausreichend Lügen erzählen.

AMR: Wenn Sie nicht abstimmen, dann geben Sie ihre Stimme doch indirekt einer anderen Partei, die sie gar nicht wollen.

HR: Das Problem ist weniger wofür Sie direkt der indirekt stimmen, sondern, wogegen. Sie stimmen gegen die Freiheit, gegen die Selbstbestimmung und gegen sich selbst. Sie stimmen dafür, dass andere über Ihr Leben bestimmen können und eben nicht mehr Sie selbst. Auch geben SIe niemand anderem Ihre Stimme, der andere nimmt sie sich.

AMR: Aber wenn ich wählen gehe, erhalte ich doch die Chance damit was zu ändern, auch wenn diese sehr gering ist, wie Sie sagen. Sollte ich diese Chance nicht wahrnehmen?

HR: Wenn Sie irgendwo ein Kreuzchen machen wollen, um etwas in Ihrem Leben zu verändern, dann gehen Sie Lotto spielen. Da sind die Gewinnchancen höher.

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